Mönchengladbach vs. Werder

Auch zwei Tage danach schmerzt die Niederlage von Mönchengladbach noch sehr. Nicht, dass man da nicht verlieren darf. Aber die Art und Weise, wie wir uns verkauft haben, hat mir missfallen. Das habe ich schon direkt nach dem Spiel bemängelt. Vor allem die Abwehrarbeit hat überhaupt nicht gepasst. Es reicht eben in dieser Liga, auf diesem Niveau, nicht aus, Gegner und Ball zu begleiten. Wir waren viel zu passiv. Das muss sich jetzt schleunigst ändern. Nicht zuletzt in den Köpfen. Am Dienstag, im Pokal in Leverkusen, erwartet uns ein ähnliches Spiel. Auswärts bei einer Spitzenmannschaft der Liga. Der Unterschied: Es ist ein Pokalspiel. Ein einziges Spiel, in dem es allein ums Weiterkommen geht. Ich hoffe, dass uns diese Gewissheit beflügelt. Ist jemand von Euch in Leverkusen dabei?

Werder vs. Hertha

Das Zitat vom „Wunder von der Weser“ will ich zwar nicht unbedingt bedienen. Aber sowas Ähnliches war´s dann doch, was wir gegen die Hertha erlebt haben! Zwei Mal zwei Tore Rückstand ausgeglichen. Und das gegen eine Berliner Mannschaft, die zuletzt lange Zeit nicht mal ein Gegentor zugelassen hat. Tolle, vor allem mentale, Leistung unserer Mannschaft. Und tolle Leistung auch auf den Rängen. Die Atmosphäre in solchen Spielen ist im Weserstadion einfach unvergleichlich. Natürlich hätten wir gern gewonnen, aber auch so bleibt festzuhalten, dass wir im neuen Jahr weiterhin ungeschlagen sind. Vier Punkte aus den ersten beiden Rückrundenspielen sind jedenfalls kein so schlechter Start. Jetzt müssen wir konzentriert weiterarbeiten. Nächste Woche legen wir ja vor: Freitagabend in Mönchengladbach und da werden selbstverständlich Erinnerungen an den DFB-Pokalfight vor Weihnachten wach. Da haben wir bewiesen, dass wir dort bestehen können. Warum also nicht noch mal!?

 

Schalke vs. Werder

So ein Spiel wie gestern Abend wünscht man sich natürlich als Fußballer. Das war ein Tag, an dem einfach Alles gepasst hat. Das macht mich sehr glücklich, denn es war ja nicht nur mein 300. Bundesligaspiel, sondern gleichzeitig auch das erste nach meiner Ankündigung, am Saisonende Schluss zu machen. Und dann dieser Verlauf, Wahnsinn! Meine persönliche Leistung ist aber nur das eine. Das andere ist die Leistung der gesamten Mannschaft und die macht mich zuversichtlich; schließen wir mal die ersten zwanzig Minuten aus. Da müssen wir nachlegen, denn wir haben mal wieder den Start verschlafen. Aber die Moral der Truppe, das 0:1 so wegzustecken, echt überragend! Dazu gratuliere ich den Jungs, denn auf denen lastet ja auch ein heftiger Druck. Der Sieg auf Schalke war jedenfalls immens wichtig, vor allem beim Blick auf die anderen Ergebnisse. Jetzt haben wir ein Heimspiel vor der Brust, in dem wir die Punkte von gestern vergolden können. Das ist eine tolle Chance im Abstiegskampf, die wir natürlich nutzen wollen.

In eigener Sache

Liebe Werder-Fans,
liebe Wegbegleiter,
liebe Freunde,

ich habe mir in den vergangenen Tagen und Wochen ausführlich Gedanken über meine persönliche Zukunft gemacht. Nach reiflicher Überlegung bin ich zu der Entscheidung gelangt, dass ich meine sportliche Laufbahn nach dieser Saison beenden werde. Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht, sie ist für mich jedoch unumstößlich. Weder kommt für mich ein letzter Wechsel ins Ausland, noch das Verlängern meines Vertrages in Bremen in Frage. Für mich gab und gibt es nur eine einzige Option: Meine Karriere bei Werder, und damit dem Verein, der meine Karriere am wesentlichsten gekennzeichnet hat, zu beenden.

Wer mich kennt, weiß: Es ist für mich ein Selbstverständnis, dass ich in der anstehenden Rückrunde mein absolut Bestes geben werde, damit Werder die Klasse hält und somit die Basis für wieder erfolgreichere Zeiten geschaffen wird. Aus genau diesem Grund war es aber auch wichtig für mich, vor diesen wegweisenden Monaten eine Entscheidung zu treffen und kundzutun. Damit Werder Planungssicherheit hat.

Ich bin vor wenigen Wochen 35 Jahre alt geworden. Zehn Jahre davon spiele ich nun für Werder Bremen und dabei habe ich alle Höhen und Tiefen der vergangenen Jahre miterlebt. Der Verein ist mir nicht nur ans Herz gewachsen. Er ist ein wesentlicher Teil meines Lebens geworden. Es ist eine Verbindung entstanden, die sich selbstverständlich auch durch das Ende meiner sportlichen Laufbahn nicht lösen wird. Ich bin mit der Stadt, den Menschen hier und natürlich vor allem dem Verein verwachsen. Es macht mich immer noch stolz, die Werder-Raute auf dem Herzen zu tragen, wenn wir ins Stadion einlaufen. Und doch: Es war mir stets ein Anliegen, das Ende meiner Laufbahn selbst bestimmen zu können. Ein unfreiwilliger Abschied war für mich immer ein Alptraum. Ich möchte, dass mich die Fans als Spieler in Erinnerung behalten, der bis zum Schluss auch körperlich in der Lage war, Alles für diesen wunderbaren Verein in die Waagschale werfen zu können.

Euer Clemens

Trainingslager – Eindrücke

Höchste Eisenbahn, dass ich mal wieder was von mir Hören lasse! Ich hoffe Ihr seid gut ins neue Jahr gekommen und hattet davor ein paar nette Tage über Weihnachten. Ich war bei meinen Eltern in Erfurt und habe dort die freie Zeit genossen. Aber die ist, wie Ihr natürlich wisst, schon vorbei. Wir sind momentan in Belek im Trainingslager und bereiten uns intensiv auf die Rückrunde vor. Die Bedingungen hier passen und es macht, auch wenn es gefühlt meine hundertste Vorbereitung ist, wirklich Spaß mit den Jungs zu arbeiten. Wenn man hier durch die Straßen fährt, hat man das Gefühl, die halbe Bundesliga ist momentan in Belek… In der Galerie hab ich Euch ein paar Eindrücke zusammengefasst. Klickt einfach mal durch!

DFB-Pokal in Gladbach

Ich will´s kurz machen: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer! Super, dass wir in Gladbach vier Tore geschossen und gewonnen haben. Super, dass wir eine Runde weiter sind und der Verein ein paar Einnahmen mehr verbuchen kann. Aber das Alles ist nichts wert, wenn wir in Frankfurt nicht nachlegen. Ein starkes Spiel reicht jedenfalls nicht aus und der Blick auf die Tabelle macht ja auch deutlich: Das Spiel in Frankfurt wird ein Sechspunktespiel. Und ich hoffe, dass ich bis dahin wieder fit bin! Ich habe mich noch gestern Nacht behandeln lassen. Heute wieder. Aber Ihr habt es sicher gesehen: Bin ziemlich heftig am Oberschenkel erwischt worden. Die Stollen direkt auf den Muskel…

Werder vs. Köln

Heute ist der dritte Advent und ich hätte gern besinnlichere Zeilen geschrieben. Aber das Ergebnis von gestern lässt leider keine Zweifel zu. Wir hätten gewinnen müssen. Mit der ersten Halbzeit können wir noch zufrieden sein. Da gehen wir in Führung und haben das Spiel in der Hand. In der zweiten Halbzeit waren wir dann viel zu ängstlich. Dass irgendwann das Gegentor fällt, war irgendwie nur eine Frage der Zeit und klar ist, dass uns das nicht passieren darf. Jetzt haben wir zwar zwei Mal hintereinander nicht verloren, aber Unentschieden helfen uns eben nicht weiter. Dann lieber mal einen dreckigen Sieg, als wacklige Unentschieden. Das würde sich auch in der Ausbeute bemerkbar machen; die Dreipunkteregel bestraft das Auslassen möglicher Siege nämlich erbarmungslos. Jetzt ist der Druck vor dem Spiel in Frankfurt natürlich riesig, aber damit müssen wir umgehen. Außerdem haben wir es selber in der Hand, der Hinserie doch noch einen positiven Anstrich zu verpassen: Im Pokal am Dienstag in Mönchengladbach. Das wird zwar schwer, aber nicht unmöglich und bestenfalls knüpfen wir an alte Bremen Pokaltugenden an.

Wolfsburg vs. Werder

Was soll ich sagen!? Gestern mussten wir leider einen Rückfall in längst  vergangen geglaubte Zeiten verkraften. Dass man in Wolfsburg verlieren kann; keine Frage. Aber nicht in dieser Höhe. Das können wir besser. Und das müssen wir auch besser machen, denn nächste Woche steht aus Sicht alle Bremer das Spiel des Jahres an. Das Nordderby. Da geht es um mehr als drei Punkte. Das ist uns absolut bewusst und deshalb: Wir werden uns zerreißen! Wobei ich persönlich, und das ärgert mich am meisten, ja leider zum Zuschauen verdammt bin. Ich werde aber natürlich bis kurz vorm Anstoß bei der Mannschaft sein!

Werder vs. Dortmund

Für das Spiel gestern haben wir wieder viel Lob bekommen, obwohl wir den Platz nicht als Sieger verlassen haben. Das ist einerseits natürlich schmeichelhaft. Andererseits verhält es sich damit ähnlich, wie nach dem Bayern-Spiel. Wir können uns davon einfach nichts kaufen. Fakt ist: Wir treten an, um zu gewinnen. Das haben wir wieder nicht getan. Das frühe Gegentor haben wir im Laufe der ersten Halbzeit zwar ganz gut weggesteckt und, wie ich finde, mit Recht den Ausgleich gemacht. Die anderen beiden Gegentore kriegen wir aber dann viel zu einfach und speziell das zweite zu einem sehr unglücklichen Zeitpunkt. Jetzt sind wir wieder unter Zugzwang. Nächste Woche, Sonntagabend in Augsburg, steht quasi eines dieser Sechspunkte- Spiele auf dem Programm. Wir werden natürlich Vollgas geben und versuchen, die Punkte mit nach Bremen zu nehmen! Ein Wort noch zum Pokal: Da haben wir mit Gladbach einen echten Brocken zugelost bekommen. Nichts desto trotz – das wird ein toller Pokalabend, so kurz vor Weihnachten!

Mainz vs. Werder

Im Fußball spricht man ja immer von dieser ominösen „Duplizität der Ereignisse“. Gestern haben wir sie mal wieder erlebt – in diesem Fall: zum Glück! Als wir vergangene Saison nach Mainz gefahren sind, ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, haben wir in einer vergleichbaren Situation gesteckt, wie vor dem Spiel gestern. Wieder Mainz. Wieder Druck. Damals haben wir in Mainz, im ersten Bundesligaspiel unter Viktor Skripnik, gewonnen. Unter der Woche davor waren wir schon im DFB-Pokal weitergekommen und am Samstag darauf gegen Stuttgart als Sieger vom Platz gegangen. In dieser Saison liegt der Pokal noch vor uns. Mit Köln wartet ein Erstligist in der zweiten Runde. Das wird vor allem für Anthony Ujah ein ganz besonderes Spiel und vielleicht erleben wir dann wieder die „Duplizität der Ereignisse“: Wenn Anthony gegen seinen zweiten Ex-Klub, Köln, genauso trifft, wie gestern gegen Mainz. ;-)